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Wolfgang Gärtner
ECCE | WERKPROBEN 2009 - 2012
3. 05 - 23. 06. 2013

Einladungskarte Bosen Front W Gaertner
Einladungskarte


Das Kunstzentrum Bosener Mühle stellte großformatige Bilder und Zeichnungen des saarländischen Künstlers Wolfgang Gärtner vor. Unter dem Titel ECCE zeigte der Künstler eine Auswahl seiner Werke. Wolfgang Gärtner beschäftigt sich seit Beginn seiner Malerei im Jahre 1982 mit der Suche nach einem bzw. dem künstlerischen Ausdruck und findet eine Entsprechung zum einen im Zeichnen, zum andern in der Malerei.

 

Im Malprozess selbst verarbeitet der Künstler häufig konkret Erlebtes, Gesehenes und Wahrgenommenes; doch decken sich sowohl Farbkonzeptionen als auch die Bildverläufe meist nicht mit fotografischen Konzeptionen, sondern sollen Ausdruck dessen sein, was dem Künstler wichtig erscheint und ihn bewegt, festgehalten mit dem abstrakten Apparateprogramm des Zeichens und der Malerei.

 

Die Malerei bildet derzeit Gärtners Arbeitsschwerpunkt, während er hierbei aus einem Zeichenvorrat schöpft, der aus dem Prozess des Zeichnens resultiert. Das Zeichnen ist hierbei häufig die unbewusste Ausdrucksform einer inneren Haltung, die nicht selten getrieben ist aus der Mechanik, dem geistigen Herumschlendern und der Verdichtung von Gedankenfetzen.

 

Vor dem ersten Zugriff auf die Leinwand steht für Wolfgang Gärtner eine abstrakte Idee im Raum, die präzise und konkret genug ist, einen Weg einzuschlagen und vorzuzeichnen. Dennoch ist dieser Weg offen genug, um im Arbeitsprozess mehrfach Veränderungen zu erfahren; in diesem Sinn ist die Malerei für ihn ein prozesshaftes Geschehen, in der häufig Fragmente und Ideenfetzen zu einem Ganzen zusammengefügt werden.

 

Oft ist Wolfgang Gärtner gedrängt von der Suche nach einem sinnstiftenden Inhalt seiner Malerei, die meist durch die Einsicht einer gewissen Sinnlosigkeit dieses Unterfangens aufgelöst wird. Denn jeder Versuch eine thematische Fährte oder eine abschließend Richtung aufzunehmen vergeudet Kräfte und Kreativität. In diesem Sinn wird die Bildthematik, um es mit einem modernistischen Begriff zu umschreiben, zu einem ‚Crossover‘. Es gibt kein benennbares beständiges Thema oder eine abschließende Ausdrucksform und kontinuierliche Technik - vielleicht ist dies gerade der gedankliche Hinwendungsort, eine künstlerische Zone, in der man sich bewegen kann und die keine thematischen Einschränkungen oder immanente Grenzen auferlegt und in jedem Moment des Malens eine Freiheit eröffnet. Diese Freiheit ermöglicht dem Künstler seine uneingeschränkte Kreativität und Innovation.

 

Der amerikanische Kunstkritiker Clement Greenberg hat in seinem Essay ‚Nach dem Abstrakten Expressionismus (1962)‘ die betont malerische Darstellung, die das Plastische und Beschreibende zugunsten abstrakter Zielsetzungen einsetzt, als‚ heimatlose Gegenständlichkeit‘ bezeichnet; vielleicht spiegelt sich in den Werken eine solche ‚heimaltlose Gegenständlichkeit‘ wider.

 

Die Auswahl zeigt großformatige Bilder und Zeichnungen, die mit Hilfe von Eitempera, Acryl, Tusche und Kohle trotz der Vielfalt seiner Handwerksutensilien dennoch die unverkennbare Handschrift des Künstlers tragen.

 

 

gefilde 140x160 cm Acryl auf Leinwand 2011
Gefilde | Acryl auf Leinwand 140x160 cm



 

nature morte 100x180 cm Acryl auf Leinwand 2012 unkomprimiert
nature morte | 100x180 Acryl auf Leinwand

 

 

 

Akt 120x150 cm Acryl und Tusche auf gefirnistem Papier 2009
Akt  | 120x150 cm Acryl u. Tusche a. gefirnistem Papier | 2009


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