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Stanislaw Chomicki
In jedem Ende ein Anfang
1. April bis 1. Mai 2017



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Einladungskarte zur Ausstellung


 

001 S Chomicki Portrait
Stanislaw Chomicki                            Foto: Christoph M Frisch

 

 

Zur Zeit sind im Kunstzentrum Bosener Mühle (KBM) die Arbeiten des polnischen Fotografen Stanislaw Chomicki in einer Ausstellung zu sehen. Ungewöhnlich ist dabei das Werkzeug, mit dem er seine Fotos erstellt: Eine Lochkamera.

 

Ein schwarz gestrichener Kasten, eine Box mit einem Loch, durch das das Bildmotiv von außen auf das Filmmaterial innen fällt. Und weil das Loch oft mit einer Nadel in eine dünne Metallfolie gestochen wurde, hat sich der englische Begriff »pinhole camera« etabliert. Dieser fotografische Apparat kommt gänzlich ohne Linsen aus.

 

Stanislaw Chomicki, 1957 in Lubartów geboren, hat seine Präsentation im KBM in zwei Werkgruppen unterteilt. Die Titelgebende „In jedem Ende ein Anfang“ beschäftigt sich mit dem Vergehen und der Transformation der Dinge. Dazu wählt Chomicki Motive, deren Bedeutung in seiner eigenen Biografie verankert sind sowie in Arealen der Industriekultur gefunden wurden. Die zweite Werkgruppe fasst seine prämierten „Pinhole Towers“ zusammen. Die in einem eigenen Raum gehängte Gruppe, zeigt uns die Architekturen Frankfurter Hochhäuser, in einer Anmutung, wie wir sie aus Szenarien Fritz Langs „Metropolis“ kennen. Die modernen Plastiken scheinen ihrer Zeit entrückt, monumentale Objekte, fremd wie „Moai-Köpfe“ der entlegenen Osterinseln.

 

Die meisterschaftliche Strenge in diesen Kompositionen macht Chomicki zu einem modernen Vertreter der „Subjektiven Fotografie“. Dieser Begriff wurde durch den saarländischen Fotografen Otto Steinert 1952 formuliert und stand als Gegenpol zur dokumentierenden Fotografie. Beide Positionen bilden auch heute den Rahmen, innerhalb derer sich die Fotografie bewegt. Anders als in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts, hat sich die Annäherung an Technik und Motiv jedoch sehr stark verändert. Handys und Smartphones sind allgegenwärtig und laden dazu ein, in allen möglichen Momenten von der fotografischen Funktion dieser Geräte Gebrauch zu machen. Die Auseinandersetzung mit dem Motiv in Form von Komposition und Technik entfällt.

 

Chomicki wählt mit seiner Fototechnik der Lochkamera einen Weg zu den Anfängen dieses Mediums. Damit positioniert er sich gegen die inflationäre Bilderflut unseres digitalen Zeitalters. Reflektiertes Arbeiten mit Motiv und Kamera bilden einen strengen Gegensatz zur Wegwerfmentalität unserer Gesellschaft. In der der Wert schöpferischer Tätigkeit Stück für Stück am sinken ist, da alles permanent verfügbar erscheint.

 

Das Innehalten und sich den Bildern nähern, wird unterstützt durch eine Reihe von Textbeiträgen. Diese Gedankenskizzen hat Prof. Gregor Krisztians den Fotos der „In jedem Ende ein Anfang“-Werkgruppe zugeordnet.

Christoph M Frisch 2017




 

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Blick in die Ausstellung                                                                               Foto: Christoph M Frisch

 

 

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Lochkameras                                                                                                   Foto: Christoph M Frisch

 

 

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Das Titelbild der Ausstellung

 

 

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Chomicki Pinhole Towers2
Pinhole Tower

 

 

Stanislaw Chomicki Pinhole Towers 06 600x774
Pinhole Tower

 

 

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Copyright der Fotografien by Stanislaw Chomicki © 2017

 

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